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Autor:webtechit.krawatte
Datum:22.03.2011
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Von Bindern und Krawattenmännern

Geschmäht, geliebt, verwünscht und beschworen. Der klassische Langbinder spaltet die Gemüter. Galt ein Mann ohne Krawatte noch vor wenigen Jahrzehnten als nicht vollständig angezogen, so wurde die Krawatte bei einigen gar als spießig gebrandmarkt. Nun gut, aus unserem Wirtschaftsleben war sie nie wirklich wegzudenken. Vertrauen Sie ihr Geld jemandem an, der in zerrissener Arbeitshose und verwaschenem T-Shirt hinter dem Schalter der Bankberatung sitzt? Auch abends in Theatern und Opernhäusern dieser Welt, meist auch in Spielcasinos, die diesen Namen verdienen, ist der Binder nach wie vor ein Muss.
Doch im Alltag nahm bedauerlicherweise der Stellenwert der Krawatte weiter ab. Und während immer mehr gerade junge Menschen die Krawatte als Ausdrucksmittel von Stil und Individualität wiederentdecken, so wird sie doch im Freizeitbereich inzwischen eher selten getragen. Da verwundert es nicht, dass es immer wieder Versuche gab, diesem dekorativen Stück Stoff wieder mehr Geltung zu verschaffen.

Eine der erfolgreichsten Methoden hierzu haben sich das Deutsche Modeinstitut in Köln und das Krawatteninstitut in Krefeld einfallen lassen. Alljährlich zeichnen Sie eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens als „Krawattenmann des Jahres“ aus, und das schon seit 1965. Verliehen wird der Presi an Personen, die mit elegantem Auftreten den Ruf der Krawatte verbessern. Erster Preisträger war der Entertainer Hans-Joachim Kulenkampff. Die Riege der Geehrten enthält solche illustren Namen wie Willy Brandt, Roy Black oder Christian Wulff.

2003 wurde der Preis das erste Mal an mehrere Personen vergeben, nämlich an die Fußballmannschaft Borussia Mönchengladbach. „Die Mannschaft“, schrieben die Experten, „überzeugte die Jury nicht nur durch ihr überdurchschnittlich stilvolles Auftreten in der Öffentlichkeit, sondern auch durch ihr elegantes, gepflegtes Gesamtstyling.“

Nun, wenn derartige Nachrichten zumeist auch eher unterhalten, als den Verkauf von Krawattenanzukurbeln, so haben die Initiatoren doch zumindest eines erreicht: Die Krawatte ist, wenn auch nicht an jedem Hals, so doch wieder in aller Munde.





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