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Autor:Oliver Sinz
Datum:10.06.2007
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Netiquette im Usenet

Netiquette – Die Kunst des Benehmens im Usenet

Als eine Art Vorläufer des heutigen Internet angesehen werden kann das Usenet. Dieses riesige dezentrale Datennetz – entstanden übrigens aus einer UNIX basierten Verbindung zweier Universitäten in den USA – bildet die Gesamtheit von mittlerweile weit mehr als 60.000 verschiedenen Newsgroups.
Newsgroups kann man sich am besten als eine Art „Schwarze Bretter“ des Internet vorstellen. Mitglieder aus der ganzen Welt diskutieren in diesen Newsgroups zu den unterschiedlichsten Themen. Die Gruppen sind hierarchisch gegliedert und es existiert kaum ein Thema, zu dem es nicht auch eine entsprechende Newsgroup gäbe.

Wie in vielen anderen Bereichen des Lebens gibt es auch in der Welt der Newsgroups eine Fülle von Regeln und Verhaltensempfehlungen, welche den Einstieg ins Usenet in jedem Falle deutlich erleichtern.
Die Gesamtheit dieser Regeln rund um den „Benimm im Usenet“ trägt den Namen „Netiquette“ und wird heute auch in anderen Teilen des Internet als Verhaltenskodex akzeptiert.

Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass es sich bei der Netikette nicht um ein schriftlich niedergelegtes Regelwerk mit klar definierten Vorschriften handelt. Die Netiquette ist vielmehr als eine Art Gewohnheitsrecht zu sehen, als eine Sammlung von Verhaltensempfehlungen, welche das Miteinander im Usenet erleichtern sollen.
Der Begriff selbst entstand aus der Verschmelzung der beiden Namensbestandteile „net“ und „etiquette“, was den zu transportierenden Inhalt schon recht gut beschreibt.

Vielleicht der wichtigste Punkt dieses Verhaltenskodex ist der Respekt vor dem anderen Teilnehmer. Diesen Respekt kann man in den Newsgroups des Usenet am besten mit einem der Sache und der Beziehung angemessen Ton ausdrücken. Doppeldeutiges, Ironie und Sarkasmus oder gar verbale Angriffe sind absolut unerwünscht.

Ein Beitrag – korrekt wird im Usenet Jargon von Postings gesprochen – sollte den herrschenden Regeln bzgl. Rechtschreibung (inklusive Groß- und Kleinschreibung), Grammatik und Satzbau entsprechen. Haufenweise Rechtschreibfehler, Ein-Wort-Sätze oder Schachtelkonstruktionen sollten tunlichst vermieden werden, um die Lesbarkeit des Ganzen zu gewährleisten. Auch die Beschränkung auf das Wesentliche wird in der Usenet Gemeinde als wichtig angesehen. Eine Wissenschaft für sich stellt das korrekte Zitat dar. Zu diesem etwas komplexeren Thema empfiehlt sich ein Studium der entsprechenden Vorschrift in der RFC 2822.

Eine Beachtung der wichtigsten rechtlichen Vorschriften – vor allem das Urheberrecht ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen – sollte an sich eine Selbstverständlichkeit sein. Zudem ist – zumindest im deutschsprachigen Usenet – die Verwendung von Pseudonymen alles andere als gerne gesehen. Bei mancherlei Thematik kann Anonymität allerdings durchaus wünschenswert sein, insofern kann man über diese Regelung durchaus auch geteilter Meinung sein.




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