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Historie und Umgang mit SpachtelmassenEin besonderes Kunsthandwerk ist das Auftragen von Spachtelmassen. Dabei kann eine große Palette an Strukturflächen geschaffen werden. Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten wird ein Künstler nicht mehr durch eine bestimmte Malschule in eine vorgeschriebene Richtung gedrängt. So können die Künstler ihre eigenen Empfindungen in persönlichen ästhetischen Gestaltungsformen verarbeiten. Einige Maler des 19. Jahrhunderts versuchten bereits, mit plastischen Baumaterialien strukturierte Oberflächen zu erzeugen. Jedoch standen ihnen nur bestimmte Materialien aus Kalk zur Verfügung, die eher schlecht auf den vorhandenen Gründen hafteten.
Mit dem Dispersionsbinder, der der Hauptbestandteil fast aller gegenwärtig verwendeten Spachtelmassen ist, eröffneten sich vielfältige neue Anwendungsmöglichkeiten. W. Baumeister war einer der ersten, die mit Dispersionsbinder experimentierten. Mit verschiedenen plastischen Grundierungen war er bereits in den 60er Jahren bekannt geworden. Die Entstehung eines Bildes war für ihn immer ein Prozess, in welchem sich Stoff und Material bilden und bildnerische Mittel elementar ausdrücken. Das Experimentieren und das Schaffen neuer Formensprachen wurden durch Baumeister nachdrucksvoll unterstützt.
Spachtelmassen bestehen im Wesentlichen aus einem Dispersionsbinder und Füllstoffen wie Sand oder Marmormehl. Solcher Binder ergibt Spachtelmassen, die sich hervorragend für die Tafelbildmalerei und Dekoration auf Wänden verwenden lassen.
Viele gegenwärtige Baumaterialien bieten zusätzliche Möglichkeiten, den Bilduntergrund haftbar zu machen, so sind dafür beispielsweise Bau- und Fliesenkleber gut geeignet. Der eigenen Experimentierfreudigkeit sind auch in Zukunft keine Grenzen gesetzt.
Mit der Möglichkeit Acrylharz herzustellen gewann der Dispersionsbinder nach dem ersten Weltkrieg für die Farbherstellung zunehmend an Bedeutung. Dabei galt das Hauptaugenmerk der Industrie zunächst vorwiegend dem Bausektor.
Kunstharzdispersionen sind milchig und trocknen wasserunlöslich und klar auf. Eine Problematik ist die sehr große Sprödigkeit, die mit der Zugabe von Weichmachern bekämpft werden soll. Diese Weichmacher verursachen jedoch Vergilbungen, die nicht erwünscht sind.
Inzwischen gibt es Dispersionen ohne Zusatz an Weichmachern, denen bei künstlerischen Arbeiten der Vorzug zu geben ist. Am Ende liegt die Auswahl jedoch in der Hand des Künstlers.
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