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Autor:Thomas Kappel
Datum:05.12.2007
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Warum ist geistiges Training wichtig?

Alle Funktionen im Gehirn laufen über neuronale Verschaltungen. Was bedeutet das?
Das Gehirn – ob das des Menschen oder das eines Tieres besteht zum großen Teil
aus Nervenzellen. Eine Nervenzelle – oder Neuron – besteht aus dem Zellkörper, in
dem sich der Kern der Zelle und weitere wichtige Organellen befinden, und
mindestens einem Fortsatz – eine Art langem Ausläufer – der zur Weiterleitung oder
Empfang von Impulsen dient.
Über diesen Fortsatz nehmen die Zellen Kontakt mit anderen Zellen auf. Ist das
Gehirn aktiv, laufen Impulse, die eine Art elektrischer Entladung gleichen, über die
Verbindungen – also Verschaltungen – der Nervenzellen. Manche Impulse werden
verstärkt, andere gedämpft oder ausgeschaltet, wieder andere unverändert
weitergegeben. Viele dieser Abläufe gleichen sich und folgen bei einer bestimmten
Aktivität, so beispielsweise Lernen oder Lesen, immer dem gleichen Muster. Lernt
man etwas Neues dazu, so verändert sich das Muster der Abläufe im Gehirn. Ist ein
Prozess lange nicht aktiv, so schwächt er sich ab, das bedeutet, das die
Verschaltungen der Zellen weniger werden. Lernprozesse beruhen also auf
aktivitätsabhängigen Veränderungen neuronaler Wechselwirkungen. Verdeutlicht
man sich, dass die Veränderungen sich auch wieder abschwächen können, so wird
klar, warum regelmäßiges Gehirnjogging so wichtig ist. Im erwachsenen Gehirn kann
sich die Kopplung von Nervenzellen nur verstärken, indem bestehende
Verbindungen genutzt werden. Man tut nichts anderes, als dafür zu sorgen, dass die
positiven Verschaltungen des Gehirns aktiv bleiben. Dafür ist das auswendig lernen
komplexen Stoffes nicht unbedingt nötig, auch Denkspiele, die Spaß machen und
abwechslungsreich sind, reichen aus, um geistig fit zu bleiben. Aber auch in
psychologischer Hinsicht sind die Muster der Abläufe im Gehirn sehr interessant. Die
Reaktion –auch die Emotionale - auf bestimmte Situationen des erwachsenen
Menschen beruht ebenfalls auf einem Lernprozess, also einer aktiven Verschaltung
im Gehirn. Macht man sich dies bewusst, wird klar, dass schwierige emotionale
Reaktionen durch geistiges Training verändert oder abgeschwächt werden können.




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